Realitätscheck: Bones – Auf Knochen geschnitzte fraktale Schadsoftware Teil 3

QR-Codes treffen fraktale Knochen

Alle von uns kennen QR-Codes, diese kleinen lustig aussehenden Boxen, welche, wenn man diese scannt uns auf eine Website oder zu anderweitigen Informationen führen. Ich werde nicht zu tief in deren exakte Funktionalität eintauchen.  Du findest schwarze und weiße Boxen in einem QR-Code, welche durch deine QR-Code-Lese App als Bits (Weiß = 0, Schwarz = 1) ausgelesen werden und eine Adresse einer Website oder Sonstigem anzeigt.

Eine sehr frühe Version des QR-Codes maß 21 auf 21 Module (oder Boxen), während neuere Versionen ca. 177 mal 177 Boxen haben und in der Lage sind eine beachtliche Menge an Informationen zu speichern. Die alte Version kann nur Zeichendaten speichern und nicht die gesamte ASCII (1.264 Zeichen oder 7,089 Numerale).

Um dies zu verdeutlichen, habe ich wie immer ein nettes Bild für dich vorbereitet:

Vogl Future Blog Picture
QR-Codes by https://www.techspot.com

Ok, jetzt wissen wir, dass ein QR-Code aus Blöcken besteht und Webseiten oder andere Information speichern kann.  Was hat das nun mit unserem Mordopfer zu tun?

Nun ja, die fraktalen Muster auf den Knochen unseres Opfers sind einem QR-Code nicht unähnlich. Daher können wir annehmen, dass unser genialer Hacker einfach einen QR-Code auf den Knochen graviert, um auf eine Internetquelle oder sonstiges zuzugreifen.

Echt jetzt?

Ja, der kleinste QR-Code hat 21 auf 21 Boxen. Lass uns zurück zu unserem Knochen gehen. Wenn der Knochen eben wäre, könnte man bis zu 264 Boxen darauf „speichern“, was in etwa 16 auf 16 Boxen entspricht. Wenn man nun einige Zeichen weglässt, ist dies immer noch groß genug, um eine Downloadanweisung oder Webseiteninformation zu enthalten.

Wenn wir die fraktalen Muster annehmen, haben wir 73 weiße und sehr viele schwarze Boxen, welche auch in genügend Speicherplatz für eine geringwertige Website oder einen Downloadbefehl genügen würden.

Es wäre jedoch nicht möglich ein großes Computerprogramm darauf zu speichern.

Wie “ließt” ein Computer ein Bild?

Das führt uns gerade zur Frage, wie ein Computer eigentlich ein Bild interpretiert. Angenommen, es handelt sich um ein schwarz-weiß Bild, zählt dieser die Pixel und speichert die Grauskalen zum Beispiel. Der Computer nimmt ein Bild und definiert es als eine zweidimensionale Funktion mit Koordinatenpaaren (meist die Pixel und deren Werte; ein Bit ist meistens ein Pixel).

Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen, aber, wenn ich dir einen QR-Code als Bild sende, würde der Computer es als genau solches verstehen. Er würde nicht die Informationen ausführen, welche in dem QR-Code selbst enthalten sind, da der QR-Code in einem Bildformat gespeichert ist.

Um den QR-Code auszuführen, benötigt der Computer einen speziellen Interpreter, welcher ihm befiehlt die Informationen, welche das QR-Muster zur Verfügung stellt, auszuführen.

Computer verbrennt zu Teilchen?

Vogl Future Blog Picture
Photo by Arshad Sutar

In der Serie ändert die Schadsoftware des fraktalen Knochens die Stopp-Temperaturen des CPU Lüfters. Meistens, wenn ein CPU zu warm wird, schaltet dieser ab. Man kann annehmen, dass das große (Multi Millionen Dollar) Equipment von Angela, einen automatisierten Ausschalter besitzt und einen Kontrollmechanismus für die Temperatur.

In der Serie, wie auch immer, verändert der Hacker die Temperatur, bei der die Abschaltung passieren sollte.

Boom. Auf Wiedersehen Angelatron-Super-Computer.

Ausbrechende Flammen und die ehemalige Künstlerin, entleert einfach einen Feuerlöscher in einen Supercomputer, um das Feuer zu löschen.

Ist das realistisch?

Zunächst einmal benötigst du brennbares Material. In Laptops, wenn die Temperatur der Batterie zu hoch wird, kann diese einfach hochgehen. Um auf den Supercomputer zurückzukommen, könnte die Isolierung in der Nähe des CPU beschädigt, oder abgegangen sein, oder es war zu staubig, aber kein CPU der in der letzten Dekade produziert wurde, erlaubt es, dass er selbst in die Luft geht (außer Angela nutzt AMDs aus dem Jahr 2006 …).

Zusammenfassung

Soweit so gut, lasst uns das Szenario zusammenfassen. Böser, genialer Hacker graviert fraktal gemusterten Code auf den Knochen seines toten Opfers, welcher als dieser gescannt wird in einem großen Supercomputer Feuer auslöst. Als erstes haben wir uns die Knochen, welche vom Mörder genutzt wurden, angesehen. Das Rippenköpfchen war groß genug, um ein Muster hinein zu gravieren.  Zusätzlich existieren manuelle Werkzeuge, welche fein genug sind, um diese Aufgabe auszuführen. Das erzeugte fraktale Muster ist auch groß genug, um genügend (aber sehr einfache) Informationen analog zu einem QR-Code zu speichern.

Kommen wir nun zum “Fox Media”-Teil der Zusammenfassung …

Für den Rest der Zusammenfassung brauchen wir einige grundlegende Annahmen. Es ist nicht beschrieben, wie genau der Supercomputer scannt und die Knochen verarbeitet. Wenn dieser die Knochen normal scannt (was wir einem solchem teuren Equipment bitte wünschen), erhält dieses ein Bild, welches keinen Code ausführen kann, außer dieser ist direkt an die Bilddatei als Schadsoftware angefügt. Um den „QR-Knochen“ auszuführen, benötigen wir zwei Dinge. Erstens ein Programm auf dem Computer, welches aktiv den Inhalt ausführt (was wohl ein maßgebliches Sicherheitsthema darstellen würde, aber wenn Künstler programmieren …). Zweitens, eine stehende Internetverbindung. Das letzte ist ziemlich wahrscheinlich, da der Computer Zugang zu Datenbanken in anderen Institutionen besitzt.

Angenommen, es hat einen Interpreter gegeben, welcher die Schadsoftware heruntergeladen hat, ohne dass die Firewall dies mitbekommen hat, wäre es möglich das System mittels des „Knochen-Code“ zu infizieren.

Den Computer dazu bekommen, in die Luft zu gehen. Es sei denn das Team hat billig hergestellte Scheißteile aus Abfall gekauft, gibt es keine Möglichkeit für solch einen Computer aufgrund von Überhitze in die Luft zu fliegen.

Im gesamten, beurteile ich das ganze Szenario als unrealistisch.  Das Team nimmt den Mörder immer noch fest, jedoch (Verschwörungsalarm) hat dieser seine gesamte Identität gefälscht und wird als neuer Staatsbürger nach Ägypten gebracht…

Zunächst ein frohes Ende.

Ein frohes Ende auch für euch, da die CPU eurer Computer wohl niemals durch einen fraktalen Code, welcher auf einem Knochen geschrieben steht, in die Luft gejagt werden kann.

Gefallen dir solche Themen oder möchtest du über andere Inhalte Lesen? Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Falls du keinen weiteren Beitrag auf deinem persönlichen Tor in die Zukunft verpassen möchtest, folge uns in den Sozialen Medien oder melde dich für unseren neusten Newsletter an.

Quellen

Schreibe einen Kommentar

Menü schließen
Deutsch
English (UK) Deutsch